Wer war Irene Labhart?
Irene Labhart war eine Schweizer Schauspielerin, die trotz ihrer kurzen Karriere einen bleibenden Eindruck in der Filmgeschichte hinterlassen hat. Sie wurde am 14. Mai 1937 in der Schweiz geboren und zog in jungen Jahren nach Rom, um ihren Traum von einer Schauspielkarriere zu verfolgen. Irene Labhart ist vor allem durch ihre Rolle in dem Hollywood-Klassiker „The Nun’s Story” (1959) sowie durch ihre Ehe mit dem berühmten Tarzan-Darsteller Lex Barker bekannt. Ihr Leben war kurz, bewegt und eng mit der goldenen Ära des europäischen Films verbunden.
Frühes Leben und Weg zur Schauspielerei
Irene Labhart wuchs in der Schweiz auf und entdeckte früh ihre Leidenschaft für die darstellende Kunst. Als junge Frau wagte sie den Schritt nach Rom, das in den späten 1950er Jahren mit seiner berühmten Filmstadt Cinecittà zum Mittelpunkt des europäischen Kinos geworden war. Dort begann sie eine Ausbildung als Schauspielschülerin und tauchte ein in die pulsierende Welt des internationalen Films.
Rom war in dieser Zeit ein Schmelztiegel aus Hollywood-Stars, europäischen Talenten und aufstrebenden Regisseuren. Genau dieses kreative Umfeld ermöglichte es der jungen Schweizerin, erste Kontakte zur Filmwelt zu knüpfen und Fuß zu fassen.
Filmkarriere: Von der Leinwand zur großen Liebe
Die Rolle in „The Nun’s Story” (1959)
Der bedeutendste filmische Auftritt von Irene Labhart war eine nicht namentlich genannte Nebenrolle in dem renommierten Hollywood-Film „The Nun’s Story” aus dem Jahr 1959. Der Film wurde von Starregisseur Fred Zinnemann inszeniert und zählt bis heute zu den großen Klassikern der Kinogeschichte. In der Hauptrolle glänzte die unvergessliche Audrey Hepburn, an deren Seite auch Irene mitwirkte.
Der Film erzählt die Geschichte einer jungen Belgierin, die Ordensschwester wird und zwischen ihrer religiösen Berufung und ihrem eigenen Gewissen hin- und hergerissen ist. Für Irene Labhart war die Mitarbeit an diesem Projekt eine bedeutende Erfahrung – und ein Beweis ihres Talents, auch wenn ihre Rolle im Abspann unerwähnt blieb.
Das Ende der Schauspielkarriere
Kurz nach ihrer Filmkarriere traf Irene Labhart eine einschneidende Entscheidung: Nach ihrer Heirat mit Lex Barker gab sie ihren Beruf als Schauspielerin auf. Diese Entscheidung war damals keine Seltenheit – viele Frauen jener Generation stellten das Familienleben über die eigene Karriere. Dennoch bleibt Irene Labhart als Teil der Filmgeschichte dieser Epoche erhalten.
Ehe mit Lex Barker
Wer war Lex Barker?
Lex Barker (1919–1973) war ein amerikanischer Schauspieler, der vor allem durch seine Darstellung von Tarzan in fünf Hollywoodfilmen (1949–1953) weltweite Bekanntheit erlangte. Später wurde er in Deutschland durch die legendären Karl-May-Verfilmungen – insbesondere als Old Shatterhand – zum gefeierten Filmstar.
Die gemeinsame Geschichte
Lex Barker und Irene Labhart lernten sich in Rom kennen, als Lex nach Hollywood dem Rücken gekehrt hatte und in Europa neue Möglichkeiten suchte. Die Begegnung mit der charmanten Schweizerin veränderte sein Leben grundlegend. Am 14. März 1957 heirateten die beiden in einer Zeremonie in Rom.
Das Paar ließ sich in der italienischen Hauptstadt nieder und führte ein Leben zwischen internationalem Filmgeschäft und privatem Glück. Aus der Ehe ging am 2. Mai 1960 ihr gemeinsamer Sohn Christopher Barker hervor, der später selbst als Schauspieler und Sänger tätig wurde und heute im Raum Genf als Immobilienmakler arbeitet.
Eine besondere Episode ihrer Ehe: Als Lex Barker zögerte, die Hauptrolle des Old Shatterhand in den Karl-May-Verfilmungen anzunehmen, war es Irene, die ihn ermutigte, die Rolle anzunehmen. Diese Entscheidung machte Lex Barker in Deutschland zu einem der beliebtesten Filmstars der 1960er Jahre – ein Verdienst, der oft übersehen wird.
Tod von Irene Labhart
Ein tragisches Ende in jungen Jahren
Irene Labhart starb am 23. Oktober 1962 in Rom, Italien – im Alter von nur 25 Jahren. Die Todesursache war Leukämie, eine bösartige Erkrankung des Blutes, gegen die es in den frühen 1960er Jahren kaum wirksame Behandlungsmöglichkeiten gab. Ihr Tod war ein tiefer Einschnitt – sowohl für ihre Familie als auch für alle, die sie kannten.
Besonders tragisch: Zum Zeitpunkt ihres Todes waren die Karl-May-Filme mit Lex Barker gerade auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs. Irene Labhart erlebte den größten Ruhm ihres Mannes nur noch am Rande ihrer Erkrankung. Ihr Sohn Christopher war zum Zeitpunkt ihres Todes erst zwei Jahre alt.
Das Erbe nach ihrem Tod
Nach dem Tod von Irene Labhart wuchs ihr Sohn Christopher bei seinen Großeltern in der Schweiz auf. Lex Barker heiratete später erneut, doch der Verlust von Irene hinterließ tiefe Spuren in seinem Leben. Irene Labhart ist auf Find a Grave mit einem eigenen Gedenkprofil verewigt – ein Zeichen dafür, dass sie auch Jahrzehnte nach ihrem Tod nicht vergessen wurde.
Irene Labhart im Kontext ihrer Zeit
Die Geschichte von Irene Labhart spiegelt das Lebensgefühl einer ganzen Generation wider. In den späten 1950er und frühen 1960er Jahren war Rom das Zentrum des europäischen Films. Schauspielerinnen wie Irene prägten den Hintergrund jener glitzernden Filmwelt, die heute als goldenes Zeitalter des Kinos gilt.
Ihre Rolle in „The Nun’s Story” mag klein gewesen sein – doch sie steht symbolisch für die vielen Talente, die im Schatten der großen Stars arbeiteten und dennoch Teil unvergesslicher Filmproduktionen waren. Irene Labhart verdient es, als eigenständige Persönlichkeit und nicht nur als Ehefrau von Lex Barker erinnert zu werden. Ähnlich wie Barbara Bach, die ebenfalls als Schauspielerin und Ehefrau eines Weltstars in die Geschichte einging, zeigt Irenes Geschichte, dass Frauen jener Ära oft weit mehr waren als das Bild, das die Öffentlichkeit von ihnen hatte.
Wer mehr über die Filmepoche erfahren möchte, in der Irene aktiv war, findet auf der offiziellen IMDb-Seite zu „The Nun’s Story” umfangreiche Hintergrundinformationen zu diesem Klassiker.
Fazit
Irene Labhart lebte ein kurzes, aber bemerkenswertes Leben. Als Schweizer Schauspielerin, Ehefrau eines Hollywoodstars und Mutter hinterließ sie trotz ihrer 25 Lebensjahre deutliche Spuren. Ihr früher Tod durch Leukämie im Jahr 1962 beendete ein Leben voller Potenzial. Doch ihr Name lebt weiter – in den Filmarchiven, in der Erinnerung ihrer Familie und in der Geschichte des europäischen Kinos.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
❓ Wer war Irene Labhart?
Irene Labhart war eine Schweizer Schauspielerin, geboren am 14. Mai 1937. Sie ist bekannt für ihre Mitwirkung im Film „The Nun’s Story” (1959) und ihre Ehe mit dem Hollywoodstar Lex Barker.
❓ Wann und wo starb Irene Labhart?
Sie starb am 23. Oktober 1962 in Rom, Italien, im Alter von nur 25 Jahren an Leukämie.
❓ Mit wem war Irene Labhart verheiratet?
Irene Labhart heiratete am 14. März 1957 den amerikanischen Schauspieler Lex Barker, bekannt als Tarzan und Old Shatterhand.
❓ Hatte Irene Labhart Kinder?
Ja. Sie hatte einen gemeinsamen Sohn mit Lex Barker: Christopher Barker, geboren am 2. Mai 1960 in Rom. Christopher wurde später Schauspieler und Sänger und lebt heute im Raum Genf.
❓ In welchem Film war Irene Labhart zu sehen?
Ihre bekannteste Filmrolle war eine nicht namentlich erwähnte Nebenrolle in „The Nun’s Story” (1959) unter der Regie von Fred Zinnemann, mit Audrey Hepburn in der Hauptrolle.
❓ Warum gab Irene Labhart ihre Schauspielkarriere auf?
Nach ihrer Heirat mit Lex Barker entschied sich Irene Labhart dazu, ihre Schauspielkarriere zugunsten des Familienlebens aufzugeben – eine für die damalige Zeit typische Entscheidung.
❓ Welche Rolle spielte Irene Labhart in der Karriere von Lex Barker?
Irene Labhart ermutigte Lex Barker, die Rolle des Old Shatterhand in den Karl-May-Verfilmungen anzunehmen – eine Entscheidung, die ihn in Deutschland zum Superstar machte.







