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Berühmtheit

Alex Kumptner: Berühmt vor dem Stern, und was das bedeutet

Alex Kumptner: Berühmt vor dem Stern, und was das bedeutet

Es gibt Köche, die jahrelang auf den Michelin-Stern warten, bevor irgendjemand außerhalb der Fachszene ihren Namen kennt. Bei Alex Kumptner lief es umgekehrt. Millionen Fernsehzuschauer kennen ihn aus „The Taste”, aus der „Küchenschlacht”, aus Roadtrip-Abenteuern durch Amerika. Doch der Ritterschlag, nach dem sich jeder Profikoch sehnt, ließ lange auf sich warten — bis Januar 2025, als der Guide Michelin seinem Wiener Restaurant Esszimmer den ersten Stern verlieh. Was sich wie ein Happy End liest, ist eigentlich die interessantere Geschichte: die eines Mannes, dem der Ruhm vorauseilte und der trotzdem nie aufgehört hat, Koch zu sein.

Der Anfang: Eine Küche als Zufluchtsort

Wien, Anfang der 2000er Jahre. Alexander Kumptner, geboren am 3. Juni 1983, ist kein Musterschüler. Seine Mutter soll es gewesen sein, die den entscheidenden Hinweis gab — sie bemerkte, dass ihr Sohn mehr Zeit am Herd verbrachte als über Schulbüchern. Drei Monate brauchte er, um seine Entscheidung zu treffen. Dann begann er 2001 seine Kochlehre im Hilton Vienna Plaza unter Werner Matt, einer Sternekoch-Legende, die 2022 verstarb.

Diese Lehrzeit war nach Kumptners eigener Beschreibung alles andere als romantisch. Stresssituationen, klare Ansagen, kein Raum für Empfindlichkeiten. Er verglich sie später mit dem Bundesheer. Es gab Momente, in denen er dachte, er könne nicht mehr. Er blieb trotzdem. Das ist keine Kleinigkeit: Genau in dieser Entscheidung, in dieser Fähigkeit, Härte als Schule und nicht als Niederlage zu verstehen, liegt ein Schlüssel zu dem, was aus ihm wurde.

Vier Jahre Ausbildung im Fünfsternehotel an der Wiener Ringstraße, und dann, statt Pause zu machen, direkt weiter: vier Jahre in Reinhard Gerers Restaurant Corso, einem der renommiertesten Häuser der Stadt. Danach Küchenchef im K47 von Gerer. Der Weg war konsequent, fast schematisch. Kein Umweg, kein Ausflug in die Leichtigkeit. Wer so aufsteigt, hat nicht vor, auf halber Strecke abzubiegen.

Die Albertina Passage: Wo der Ruf wächst

Von Herbst 2011 bis Mitte 2017 war Kumptner Küchenchef im Lokal Albertina Passage in Wien, einer der bekanntesten Fine-Dining-Adressen der Stadt, direkt am weltberühmten Museum gelegen. Unter seiner Führung wurde das Restaurant mit 15 Gault-Millau-Punkten und zwei Hauben ausgezeichnet. Das ist eine Zahl, die in der österreichischen Gastronomie Gewicht hat. Zwei Hauben im Gault Millau entsprechen in etwa der Qualitätsstufe, auf der die Tester anfangen, wirklich genau hinzuschauen.

Was die meisten Artikel über diese Phase übersehen: 15 Gault-Millau-Punkte sind keine Durchschnittsnote, sie entsprechen einer „sehr guten Küche”. Und doch, kein Michelin-Stern. Das blieb über Jahre die offene Flanke in einem ansonsten makellosen Lebenslauf.

Es war die Zeit, in der auch seine TV-Karriere anlief. 2013 ein Casting beim ORF, die Kinderkochshow „Schmatzo”, und plötzlich ein Gesicht, das über den Wiener Restaurantbetrieb hinaus bekannt wurde. Ab 2015 dann die „Küchenschlacht” im ZDF, später „Kerners Köche”, „Grill den Profi”, „Kochgiganten”. Die Kamera mochte ihn. Der Wiener Charme, die sportliche Erscheinung, die unkomplizierte Art, über kompliziertes Kochen zu sprechen, das funktionierte im deutschsprachigen Fernsehen auf Anhieb.

The Taste: Berühmt werden, ohne den Herd zu verlassen

2020 kam der Schritt, der seine Reichweite auf eine neue Ebene hob: Alex Kumptner stieg als Neueinsteiger bei „The Taste” auf Sat.1 ein und gewann in seiner ersten Staffel. Sofort. Als Coach, der sein Team zum Sieg führte.

Das ist bemerkenswert, weil „The Taste” kein leichtes Format ist. Neben ihm sitzen Köche wie Frank Rosin, Alexander Herrmann und Tim Mälzer, allesamt mit langjähriger TV-Erfahrung und, entscheidend, mit Michelin-Sternen. Kumptner war der Einzige ohne diesen Titel. In einem Milieu, in dem Sterne über Respekt entscheiden, ist das eine stille Hypothek, die man nicht los wird, egal wie gut die Quoten sind.

Und genau hier beginnt die eigentliche Geschichte. Denn die liebevollen Frotzeleien seiner Kollegen, die er über mehrere Staffeln hinweg ertrug, erzählen von etwas Realem: In der Profiküche gilt der Michelin-Stern als Beweis, der nicht delegierbar ist. Er liegt nicht in der Sympathie des Publikums, nicht in Instagram-Followern, nicht in Buchumsätzen. Er liegt im Teller. Und nur dort.

Das Everybody’s Darling und die Geduld einer Vision

Inmitten der Pandemie, im Jahr 2020, eröffnete Kumptner in Wien sein eigenes Restaurant. Der Name, Everybody’s Darling, klingt nach einem Augenzwinkern, nach Selbstironie. Das Konzept ist es auch ein bisschen: eine Tagesbar mit kleinen Speisen und kreativen Cocktails, die ab 15 Uhr öffnet, gemütlich, zugänglich, ohne Schwellenangst.

Doch dahinter, wortwörtlich hinter einem Vorhang versteckt, liegt das Esszimmer. Wenige Tische. Mittwochs bis sonntags ab 18 Uhr. Ein modernes Mehrgänge-Menü für 155 Euro, auf Wunsch vegetarisch, eine Reminiszenz an seine Partnerin, die Vegetarierin ist. Keine Massenabfertigung, kein Showküche-Spektakel. Ein Raum, in dem der Koch persönlich kocht und persönlich serviert, fast wie ein Abendessen zu Hause, aber auf einem Level, das Wohnzimmer so selten erreichen.

Die Michelin-Tester beschreiben das Konzept präzise: hinter einem Vorhang, nur wenige Gedecke, eine angenehm private Atmosphäre. In den Menüs gelegentliche italienische oder asiatische Akzente, „Vongole, ‘Nduja, Orzo, Basilikum” als ein Beispiel, eingebettet in Kumptners eigene Handschrift, mit einem klaren Fokus auf die Qualität der Zutaten. Der Service: professionell und charmant, wie ein Uhrwerk.

Januar 2025: Der Stern, der alles ändert, und doch nicht alles

Am 21. Januar 2025 verlieh der Guide Michelin dem Esszimmer von Alex Kumptner den ersten Stern. Er war damit, zusammen mit zwei weiteren Wiener Restaurants, Teil der ersten eigenständigen Österreich-Selektion des Michelin überhaupt, die 2025 neu aufgelegt wurde. Insgesamt wurden in Wien acht Restaurants mit einem Stern geführt.

Für Kumptner war das der Moment, auf den er nachweislich gewartet hatte. Er war bis dahin der einzige Coach bei „The Taste”, dem dieser Nachweis noch fehlte. Die Frotzeleien seiner Kollegen, gut gemeint, aber nicht ohne Substanz, hatten einen realen Hintergrund. Jetzt hat er es, wie er selbst sagte, „schwarz auf weiß”.

Was ändert sich dadurch? Auf der einen Seite: wenig. Das Esszimmer war schon vorher gut. Die Küche war schon vorher auf diesem Niveau. Ein Michelin-Stern dokumentiert, er erfindet nicht. Auf der anderen Seite: alles. Weil der Stern im Handwerk die einzige externe Bestätigung ist, die nicht käuflich, nicht strategisch und nicht durch Persönlichkeit zu ersetzen ist. Er ist das Ergebnis anonymer Besuche, ohne Vorwarnung, ohne Gelegenheit zur Inszenierung. Wer ihn bekommt, hat ihn verdient, und zwar genau so, wie man im Kochberuf verdienen muss: durch den Teller.

Was bleibt: Zwischen Bildschirm und Herd

Alex Kumptner ist heute vieles gleichzeitig. TV-Koch, der seit über zwölf Staffeln bei „The Taste” den Zuschauern Kochen beibringt. Buchautor mit Titeln wie „Alex kocht”, die sich auf Amazon konstant gut verkaufen. Markenbotschafter, seine Kooperation mit Siemens Hausgeräte läuft seit Jahren. Unternehmer mit zwei Restaurantkonzepten unter einem Dach. Und seit 2025 auch Vater eines Sohnes.

Diese Vielfalt wäre für viele Köche eine Falle. Wer zu viel gleichzeitig ist, verliert den Faden zum Handwerk. Kumptner scheint diese Falle bislang zu umgehen, nicht weil er die Grenzen nicht kennt, sondern weil er sie kennt. Er selbst sagte in einem Interview, dass er beim Fernsehen Abstriche machen musste und der Tag nur 24 Stunden hat. Der Michelin-Stern deutet darauf hin, dass er die richtigen Abstriche gemacht hat.

Kochen ist kein Beruf, der Abwesenheit verzeiht.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Alex Kumptner

Wer ist Alex Kumptner? Alexander Kumptner, geboren am 3. Juni 1983 in Wien, ist ein österreichischer Spitzenkoch und Fernsehkoch. Er ist bekannt durch Sendungen wie „The Taste” (Sat.1) und „Die Küchenschlacht” (ZDF) sowie durch sein Restaurant Everybody’s Darling mit dem Fine-Dining-Bereich Esszimmer in Wien.

Wann hat Alex Kumptner seinen Michelin-Stern bekommen? Im Januar 2025 wurde das Esszimmer in Wien mit dem ersten Michelin-Stern ausgezeichnet. Es war der erste Stern in Kumptners Karriere und Teil der neu aufgelegten Österreich-Selektion des Guide Michelin 2025.

Wo hat Alex Kumptner sein Restaurant? Sein Restaurant Everybody’s Darling befindet sich in der Wiener Innenstadt, unweit des Stephansdoms. Es besteht aus einer Tagesbar und dem exklusiven Fine-Dining-Bereich Esszimmer, der mittwochs bis sonntags ab 18 Uhr öffnet.

Wie hat Alex Kumptner seine Karriere begonnen? Kumptner absolvierte von 2001 bis 2005 seine Kochlehre unter der Sternekoch-Legende Werner Matt im Hilton Vienna Plaza. Danach arbeitete er in renommierten Wiener Restaurants wie dem Corso und dem K47, bevor er von 2011 bis 2017 Küchenchef in der Albertina Passage wurde.

Warum ist Alex Kumptner bei The Taste dabei? Seit 2020 ist Kumptner als Coach in der Sat.1-Kochshow The Taste aktiv und gewann direkt in seiner ersten Staffel. Seine Kombination aus fundiertem Handwerk, Wiener Charme und Publikumsnähe machte ihn schnell zum festen Bestandteil des Formats, das mittlerweile über zwölf Staffeln umfasst.

Fazit

Alex Kumptner ist der lebende Beweis dafür, dass im Kochberuf kein Fernsehformat und kein Bucherfolg den handwerklichen Nachweis ersetzen kann. Der Michelin-Stern seines Esszimmers 2025 war keine Überraschung für alle, die seinen Weg kannten, aber er war der fehlende Beweis, der lang auf sich warten ließ. Was ihn interessant macht, ist nicht der Stern selbst, sondern die Tatsache, dass er ihn sich erarbeitet hat, während die Scheinwerfer längst auf ihn gerichtet waren. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Das ist Charakter.

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