Shopping cart

No Widget Added

Please add some widget in Offcanvs Sidebar

Berühmtheit

Andreas Hanitsch Hamburg: Der Mann, der Orte rettet

Andreas Hanitsch Hamburg: Der Mann, der Orte rettet

Er saß auf einer Dachterrasse in Tarifa, Spanien, als sein Telefon klingelte. Ein Freund in Hamburg. Ein altes Wasserwerk am Elbstrand stehe zum Verkauf — Gastronomie und Hotellerie ausgeschlossen. Andreas Hanitsch, Investor und Unternehmer aus Hamburg, kannte das Gelände nicht, hatte es nie betreten. Er schickte Architekten los, telefonierte mit dem Bauamt, und drei Tage später lag sein Angebot in der Schublade der Stadt. Er bekam den Zuschlag. Was folgte, ist heute eines der außergewöhnlichsten Wohnbauprojekte Norddeutschlands.

Wer ist Andreas Hanitsch?

Hanitsch ist kein klassischer Immobilienentwickler. Er bezeichnet sich selbst als jemanden, der Betriebswirtschaft und Kunstgeschichte studiert hat — an der Universität zu Köln — und daraus ein Berufsleben gebaut hat, das sich zwischen diesen Polen bewegt: Zahlen und Ästhetik, Rendite und Substanz. Vor seiner Tätigkeit als Unternehmer und Investor sammelte er Erfahrungen bei Beratungshäusern wie PwC Consulting und IBM Global Services, wo er sich auf Strategie, Fusionen und Unternehmenstransformation spezialisierte. Diese Kombination — analytische Strenge, kunsthistorisches Gespür — prägt bis heute, wie er an Projekte herangeht.

In Hamburg, wo er seit Jahren lebt, ist er als Privatinvestor in verschiedenen Branchen aktiv: Immobilien, E-Commerce, Medien, Logistik. Über SundayVentures GmbH, die er gemeinsam mit seinem Bruder Matthias Hanitsch führte, investierte er als Business Angel in wachstumsstarke Startups. Über Surfnturf Locations GmbH vermarktet er exklusive Eventlocations an der Elbe und in der Umgebung Hamburgs. Doch was ihn von vielen anderen Unternehmern seiner Größenordnung unterscheidet, ist nicht das Kapital, das er einsetzt — es ist die Art der Orte, die er wählt.

Das Waterworks Falkenstein: Geschichte als Wohnprogramm

Das Ensemble am Falkensteiner Ufer 40A in Hamburg-Blankenese ist seit 1859 entstanden — nach und nach, gebaut von britischen Ingenieuren. Thomas Hawksley und William Lindley kamen ursprünglich, um Hamburg ein Gasnetz zu bauen. Was sie vorfanden, war eine Stadt, die ihr Trinkwasser ungefiltert aus Alster und Elbe trank. Sie bauten stattdessen zunächst ein Wasserwerk — in Altona, das damals noch eine eigenständige Stadt war. Die Entscheidung hatte Konsequenzen: Als Hamburg in der großen Choleraepidemie 1892 über 8.500 Menschenleben verlor, blieb Altona durch sein gefiltertes Wasser weitgehend verschont. Das Wasserwerk hatte buchstäblich Leben gerettet.

Gut 160 Jahre später stand dieses Ensemble leer. Die Stadt Hamburg schrieb es aus — unter der ausdrücklichen Bedingung, dass hier weder Hotel noch Restaurant entstehen dürfe. Was also tun mit 10.000 Quadratmetern Industriedenkmal an einem der schönsten Elbufer der Stadt?

Hanitsch hatte die Antwort, noch bevor er das Gelände kannte: Wohnen. Gemeinschaft. Leben. Kein Konzept für eine Zielgruppe, sondern für Menschen — Familien mit Kindern, junge Paare, ältere Menschen. Die heutige Beschreibung auf der Projektseite klingt nach dem, was Stadtplaner gerne in Hochglanzbroschüren versprechen und selten liefern: ein kleines Dorf, in dem verschiedene Generationen zusammenleben, mit Hunden, Katzen und einer Bussardfamilie zwischen Elbhang und Fluss.

Drei Architekturbüros waren an der Umsetzung beteiligt: BIWERMAU Architekten übernahm die Denkmalsanierung sowie den Innenausbau von Werkstatt, Meisterhaus und Villa; Giorgio Gullotta Architekten gestalteten das Interior Design der Maschinenhalle und des Gästehauses; BUB Architekten zeichneten für die Strandhäuser und das Atelier verantwortlich. Das Ergebnis: außergewöhnliche Lofts in der alten Maschinenhalle, Werkstatt-Wohnungen, Strandhäuser am Elbhang, ein privates Museum. Die NDR-Sendung „Traumhäuser im Norden” widmete dem Projekt eine eigene Folge — und machte Hanitsch damit einem breiten Publikum bekannt.

Was an seiner Herangehensweise auffällt: Er diskutiert das Projekt in Interviews nicht als Investition, sondern als Haltung. Das Teilen sei eine wichtige Grundidee, sagte er gegenüber dem Möbelunternehmen Freifrau. Es gehe nicht nur darum, schön zu wohnen — das tue hier jeder auf seine Art —, sondern darum, Zeit miteinander zu verbringen. Das ist eine ungewöhnliche Aussage für einen Immobilienentwickler. Es ist keine Aussage für eine Pressemitteilung. Es klingt nach jemandem, der tatsächlich dort wohnt.

Schloss Düneck: Der zweite große Akt

Wer glaubt, das Waterworks Falkenstein sei ein einmaliger Impuls gewesen, irrt. Hanitschs nächstes Projekt folgte demselben Muster — nur auf dem Land und mit noch mehr Geschichte. Schloss Düneck in Moorrege, einem kleinen Ort nahe Hamburg im Kreis Pinneberg, wurde 1871 erbaut. Jahrzehntelang vernachlässigt, stand es dem Verfall nah.

Hanitsch erwarb das Anwesen und restaurierte es aufwändig — das Schloss dient heute sowohl als Wohnsitz als auch als Ort für Ausstellungen, Konzerte und Kunstprojekte. Lifestyle- und Architekturmagazine wie IDEAT und HELLO! berichteten über die Restaurierung. Auf Wikiedia ist Hanitsch im Artikel zu Schloss Düneck als aktueller Eigentümer und Restaurator verzeichnet. Eine eigene Wikipedia-Seite hat er hingegen nicht — ein Detail, das gut zu einem Mann passt, der lieber Orte sichtbar macht als sich selbst.

Für die unternehmerische Struktur rund um das Schloss gründete er 2021 die Schloss Düneck GmbH mit Sitz in Hamburg, Falkensteiner Ufer 40A. Mehrere GbR-Gesellschaften folgten, darunter die Gloria eGbR und die St. Magdalena eGbR, beide mit Sitz in Moorrege — alles eingetragen im Handelsregister Pinneberg. Die formelle Sorgfalt dieser Strukturen steht im Kontrast zur romantischen Außendarstellung der Projekte. Beides gehört zu Hanitsch: der Kunstliebhaber und der Kaufmann.

Business Angel und Unternehmer: Die andere Seite

Neben den Bausteinen seines Architektur- und Denkmalportfolios ist Hanitsch auch als Investor in der Startup-Szene aktiv. SundayVentures, das er gemeinsam mit seinem Bruder aufbaute, fokussierte sich auf skalierbare Unternehmen in Wachstumsphasen. Der Name JobLeads taucht im Kontext seiner Investitionen auf — ein Hamburger HR-Tech-Startup, das sich auf Jobvermittlung für Führungskräfte spezialisiert hat. Wie viele Business Angels dieser Generation bewegt sich Hanitsch in einem Feld, das zwischen aktivem Netzwerk und strategischem Kapitalgebertum liegt.

MondayWorks GmbH, bei der er als VR-Präsident gelistet ist, hat ihren Sitz in Hamburg, Klein Fontenay 1. Über ElbSpree und verschiedene weitere Gesellschaftsstrukturen zeigt das Handelsregister ein dichtes Netz unternehmerischer Verbindungen — von Berlin über Hamburg bis in den Hamburger Speckgürtel. Das passt zu einem Investor, der Mobilität und Vielseitigkeit als Prinzip lebt. Auf seinem LinkedIn-Profil, das mehr als 500 Kontakte aufweist, beschreibt er sich schlicht als “private investor in various industries” — eine Zurückhaltung, die mehr erzählt als viele Unternehmensprofile.

Was sein Modell von klassischer Immobilienentwicklung unterscheidet

Es gibt eine Frage, die sich nach der Beschäftigung mit Hanitschs Projekten aufdrängt: Warum schaffen andere das nicht? Hamburg ist voll von leerstehenden Industriedenkmälern, verfallenden Gutshöfen, unbewohnten Wasserwerken. Denkmalprojekte gelten unter Investoren als Risikoklasse — hohe Kosten durch Auflagen, schwer kalkulierbare Bauzeiten, eingeschränkte Vermarktungsmöglichkeiten.

Hanitschs Antwort darauf ist, soweit erkennbar, keine methodische, sondern eine instinktive: Er wählt Orte, die ihn berühren. Das Waterworks Falkenstein hatte er, wie beschrieben, noch nie betreten, als er das Angebot abgab. Aber er kannte sofort, was er damit machen wollte. Diese Schnelligkeit — Entscheidung in drei Tagen, aus dem Urlaub, auf Basis von Fotos und Telefongesprächen — ist kein Leichtsinn. Sie ist das Ergebnis einer Kombination aus Erfahrung, Kunstsinn und der Bereitschaft, einem Gefühl zu vertrauen.

Das unterscheidet ihn vom Projektentwickler, der Renditeszenarien optimiert. Wer nach dem Kalkül des Maximums arbeitet, kauft kein denkmalgeschütztes Wasserwerk, das weder Hotel noch Restaurant werden darf. Hanitsch kauft genau das — und schafft damit etwas, das sich nicht auf einer Spreadsheet-Zeile ausdrücken lässt: einen Ort, der Bestand hat.

FAQ

Wer ist Andreas Hanitsch aus Hamburg? Andreas Hanitsch ist ein Hamburger Unternehmer, Investor und Immobilienentwickler, der vor allem durch die Revitalisierung historischer Gebäude bekannt wurde. Zu seinen bekanntesten Projekten gehören das Waterworks Falkenstein am Hamburger Elbufer und Schloss Düneck in Moorrege. Er studierte Betriebswirtschaft und Kunstgeschichte an der Universität zu Köln und arbeitete früh bei Beratungsfirmen wie PwC und IBM.

Was ist das Waterworks Falkenstein und was hat Hanitsch damit gemacht? Das Waterworks Falkenstein ist ein historisches Wasserwerk-Ensemble am Falkensteiner Ufer 40A in Hamburg-Blankenese, das seit 1859 von britischen Ingenieuren errichtet wurde. Hanitsch kaufte das denkmalgeschützte Gelände, als es die Stadt Hamburg unter der Bedingung ausschrieb, dass keine Gastronomie oder Hotellerie entsteht. Er verwandelte es in ein Wohn- und Kulturkomplex mit Lofts, Ateliers und Strandhäusern auf 10.000 Quadratmetern — heute Gegenstand einer NDR-Dokumentation.

Wie ist Andreas Hanitsch zur Immobilienentwicklung gekommen? Hanitsch beschreibt sich selbst als Autodidakten in der Architektur: Er studierte BWL und Kunstgeschichte, beschäftigte sich intensiv mit Architektur als Hobby und machte daraus schließlich einen Berufsbereich. Sein Instinkt für Räume und Orte — kombiniert mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund aus der Unternehmensberatung — ist der Kern seiner Herangehensweise.

Was ist Schloss Düneck und welche Rolle spielt Hanitsch dabei? Schloss Düneck ist ein 1871 erbautetes Herrenhaus in Moorrege bei Hamburg, das Hanitsch erwarb und aufwändig restaurierte. Es dient heute als Wohnsitz sowie als Ort für Kunst, Konzerte und Ausstellungen. Im Wikipedia-Eintrag zu Schloss Düneck ist Hanitsch als aktueller Eigentümer und Restaurator vermerkt.

In welche Startups hat Andreas Hanitsch investiert? Hanitsch war über SundayVentures GmbH als Business Angel aktiv, mit Fokus auf skalierbare Unternehmen in verschiedenen Branchen. Der Name JobLeads — ein Hamburger HR-Tech-Unternehmen — wird in diesem Zusammenhang genannt. Über MondayWorks GmbH ist er als VR-Präsident eingetragen. Detaillierte Investmentinformationen sind öffentlich nicht transparent dokumentiert.

Fazit

Andreas Hanitsch aus Hamburg ist kein Immobilienentwickler im klassischen Sinn. Er ist jemand, der verfallene Orte mit historischer Substanz kauft, bevor er sie kennt — und dann daraus etwas baut, das bleibt. Das Waterworks Falkenstein und Schloss Düneck sind keine Portfoliopositionen. Sie sind Argumente dafür, dass Instinkt und Kunstsinn manchmal bessere Entscheidungsgrundlagen sind als jede Renditematrix. Wer wissen will, wie nachhaltiges Bauen im kulturellen Sinn aussieht, findet in Hanitschs Projekten eine der konsequentesten Antworten, die Hamburg zu bieten hat.

Aktuelle Blogbeiträge: Anna Planken und Krebs

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet. *

Verwandter Beitrag