Wer nach michael bram pfleghar sucht, landet aktuell in einem Netz aus widersprüchlichen Artikeln – der eine behauptet, dieser Mann sei 1933 geboren und habe “Klimbim” inszeniert, der andere will wissen, er lebe heute in Norwegen und führe eine Produktionsfirma. Beides kann nicht gleichzeitig stimmen, und genau diese Verwirrung ist der Ausgangspunkt für das, was hier tatsächlich geklärt werden soll: Wer war der Mann, der als Regisseur wirklich hinter “Klimbim” und “Wünsch dir was” stand – und warum taucht der Name “Bram” in seriösen Quellen über ihn nirgends auf?
Ein Name, zwei Personen – und eine Verwechslung, die sich online festgesetzt hat
Der reale, historisch dokumentierte Regisseur heißt schlicht Michael Pfleghar, ohne den Zusatz “Bram”. Er wurde am 20. März 1933 in Stuttgart geboren und starb am 23. Juni 1991 in Düsseldorf. Der Zusatzname “Bram” gehört, soweit sich das aus verlässlichen Quellen rekonstruieren lässt, zu seinem 1982 geborenen Sohn aus der Ehe mit der norwegischen Sängerin Wencke Myhre – einer Person, über die es aber, anders als über den Vater, keine belastbare öffentliche Dokumentation gibt. Mehrere aktuell kursierende Artikel haben beide Personen offenbar vermischt und dem Sohn Lebensdaten, Karrierestationen und sogar den Grimme-Preis des Vaters zugeschrieben. Für jeden, der wirklich verstehen will, wer hinter dem prägenden deutschen Fernsehschaffen der 1960er- und 70er-Jahre stand, lohnt sich deshalb der Blick auf die tatsächlich überlieferte Biografie.
Herkunft und die Jahre vor der Kamera
Michael Pfleghar wuchs als Sohn eines Fabrikanten in Stuttgart auf, besuchte ein Realgymnasium und entschied sich anschließend für eine Ausbildung zum Cutter – eine technische Grundlage, die ihm später beim Regieführen zugutekam, weil er das Handwerk der Bildmontage von der Basis her kannte. 1954 stieg er als Regieassistent beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart ein und arbeitete sich dort zum Fernsehregisseur hoch. Ende der 1950er-Jahre wechselte er zur Bavaria-Atelier GmbH nach München, wo er von 1959 bis 1963 als Oberspielleiter tätig war, bevor er sich als freischaffender Regisseur selbstständig machte. Dieser Weg – vom technischen Handwerk über den Senderapparat bis zur kreativen Eigenständigkeit – ist typisch für eine Generation deutscher Fernsehmacher, die das noch junge Medium in den Nachkriegsjahren praktisch von Grund auf mitgestaltete.
Der Sprung zum Kino und der internationale Durchbruch
1964 gab Pfleghar mit “Die Tote von Beverly Hills” sein Spielfilmdebüt als Regisseur – ein Film, der es bis zu den Filmfestspielen von Cannes schaffte und dort als deutscher Beitrag lief. Es folgten “Serenade für zwei Spione” (1965) und “Bel Ami 2000 oder Wie verführt man einen Playboy” (1966), beides Produktionen, an denen er auch als Co-Drehbuchautor beteiligt war. Sein größter internationaler Karrieremoment kam 1967, als er in den USA Regie für das Musik-Fernsehspecial “A Man and His Music plus Ella plus Jobim” führte – eine Produktion mit Frank Sinatra, Ella Fitzgerald und Antônio Carlos Jobim, die ihm in der amerikanischen Unterhaltungsbranche Anerkennung einbrachte. In dieser Zeit lebte er zeitweise mit Sinatras Tochter Tina Sinatra in München zusammen, was seinen Namen zusätzlich in die internationale Klatschpresse brachte. 1972 war er zudem an “Visions of Eight” beteiligt, dem viel beachteten Dokumentarfilm-Projekt zu den Olympischen Spielen in München, für das acht renommierte Regisseure je ein Kapitel beisteuerten – Pfleghar übernahm den Abschnitt über die Sportlerinnen.
Die Shows, die das deutsche Fernsehen prägten
Im deutschen Fernsehen selbst wurde Pfleghar vor allem durch zwei Formate zur festen Größe: die ZDF-Showreihe “Wünsch Dir was”, die mit Publikumsbeteiligung und mutigen Studioaktionen für ihre Zeit ungewöhnlich interaktiv war, und die Comedy-Serie “Klimbim”, die er von 1973 bis 1979 maßgeblich prägte. “Klimbim” gilt bis heute als eine der prägenden deutschen Unterhaltungsserien jener Dekade – nicht zuletzt wegen ihres frechen, oft grenzwertigen Humors, der sich deutlich von der biederen Fernsehunterhaltung der Nachkriegszeit abhob. Für viele Zuschauer der 1970er-Jahre war der Name Pfleghar gleichbedeutend mit kreativem Risiko im sonst eher konservativen deutschen Fernsehprogramm.
Ein bewegtes Privatleben zwischen Bühne und Boulevard
Pfleghars Privatleben war eng mit der Musik- und Schlagerwelt seiner Zeit verwoben. Er war zunächst mit der Sängerin Bibi Johns verheiratet (1960–1962), anschließend mit Inge Brück, von der er sich Ende der 1960er-Jahre scheiden ließ. Parallel dazu wurde ihm eine Beziehung mit der Schauspielerin und Sängerin Heidi Brühl nachgesagt. Ab 1974 war er fünf Jahre lang mit Ingrid Steeger liiert, die zu dieser Zeit auch in “Klimbim” mitspielte – eine Verbindung von Beruf und Privatleben, wie sie im Fernsehmilieu jener Jahre nicht ungewöhnlich war. Von 1981 bis 1990 war er mit der norwegischen Sängerin Wencke Myhre verheiratet, seiner zweiten Ehe; aus dieser Verbindung ging 1982 der gemeinsame Sohn Michael hervor – jener Name, der in den heutigen Suchanfragen häufig fälschlich mit dem Vater vermengt wird.
Spätes soziales Engagement und ein abruptes Ende
1990, im letzten Jahr seines Lebens, gründete Pfleghar zusammen mit Ursula Pfeiffer in Nürnberg den Verein “Lobby für Kinder”, der sich unbürokratisch für Kinder in Notlagen einsetzt und bis heute existiert. Diese Initiative zeigt eine Seite des Regisseurs, die in den meisten Kurzporträts über ihn kaum Erwähnung findet: ein Engagement jenseits von Kamera und Studio, das offenbar aus persönlicher Überzeugung entstand. Nur wenige Monate später, am 23. Juni 1991, wurde Pfleghar tot in der Wohnung eines Bekannten in Düsseldorf aufgefunden – er hatte sich das Leben genommen. Gefunden wurde er von seinem persönlichen Assistenten, der die Polizei verständigte. Mit 58 Jahren endete damit abrupt eine der prägendsten Karrieren des deutschen Nachkriegsfernsehens.
Häufig gestellte Fragen zu Michael Pfleghar
Wer war Michael Pfleghar?
Ein deutscher Film- und Fernsehregisseur (1933–1991), der vor allem durch die Shows “Wünsch Dir was” und “Klimbim” sowie den Kinofilm “Die Tote von Beverly Hills” bekannt wurde.
Woher kommt der Name “Michael Bram Pfleghar”?
Der Zusatz “Bram” gehört nicht zum bekannten Regisseur, sondern wird ihm in mehreren aktuellen Online-Artikeln fälschlich zugeschrieben – vermutlich in Verwechslung mit seinem 1982 geborenen Sohn.
Was waren seine bekanntesten Werke?
Neben “Klimbim” (1973–1979) und “Wünsch Dir was” zählen “Die Tote von Beverly Hills” (1964) und das Sinatra-Special “A Man and His Music plus Ella plus Jobim” (1967) zu seinen wichtigsten Arbeiten.
War Michael Pfleghar verheiratet?
Ja, mehrfach: mit Bibi Johns (1960–1962), Inge Brück und von 1981 bis 1990 mit der norwegischen Sängerin Wencke Myhre, mit der er einen gemeinsamen Sohn hatte.
Wie und wann starb Michael Pfleghar?
Er starb am 23. Juni 1991 in Düsseldorf durch Suizid, im Alter von 58 Jahren.
Fazit
Hinter dem verwirrenden Suchbegriff “michael bram pfleghar” steckt in Wahrheit die klar dokumentierte Biografie eines der einflussreichsten deutschen Fernsehregisseure der Nachkriegszeit – Michael Pfleghar, ohne “Bram”. Wer seinen Namen sucht, sollte ihn für das würdigen, was er tatsächlich geschaffen hat: prägendes, mutiges Unterhaltungsfernsehen, das bis heute nachwirkt.
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