Es gibt Sätze, die man nicht vergisst.
„Wenn ihr nichts Nettes zu sagen habt, dann solltet ihr einfach den Mund halten.”
Patrice Aminati, 31 Jahre alt, Mutter, Moderatorin, Influencerin – und seit drei Jahren Krebspatientin – hat diesen Satz Mitte Juni 2026 auf Instagram geschrieben. Nicht wütend. Nicht verzweifelt. Klar.
Was sie dazu gebracht hat: ein Kommentar unter einem ihrer Videos. Eine Nutzerin, die fand, sie solle „unbedingt noch an ein gutes Make-up denken.”
Patrice Aminati trägt eine Perücke. Ihr Gesicht ist aufgequollen – von monatelanger Cortisonbehandlung. Sie hat Wassereinlagerungen nach mehreren Hirnbestrahlungen. Sie kämpft seit drei Jahren gegen metastasierten schwarzen Hautkrebs. Und jetzt erklärt ihr jemand, sie solle mehr Make-up tragen.
Was folgte, war keine Schweigeminute. Es war eine Antwort.
Wer ist Patrice Aminati?
Patrice Aminati, geboren 1994, wurde einem größeren Publikum durch ihre Beziehung mit Moderator Daniel Aminati bekannt. Die beiden heirateten, bekamen eine Tochter – und trennten sich im Dezember 2024 offiziell, nachdem sie bereits seit September 2024 getrennt lebten.
Was Patrice Aminati in der deutschen Öffentlichkeit ausmacht, ist nicht diese Beziehung. Es ist das, was sie seit 2023 tut: Sie zeigt ihr Leben mit Krebs. Ohne Filter, ohne PR-Strategie, ohne das Leiden zu romantisieren.
2023 wurde bei ihr schwarzer Hautkrebs diagnostiziert. Im Mai 2025 teilte sie mit, was viele befürchtet hatten: Die Krankheit ist unheilbar. Sie befindet sich in palliativer Behandlung. Das bedeutet: Es geht nicht mehr um Heilung, sondern darum, das Leben so gut wie möglich zu gestalten – solange es geht.
Patrice Aminati macht das. Jeden Tag. Auf Instagram.
Der Kommentar und die Antwort, die viral ging
Das Video, das den Auslöser für ihren Klartext-Post lieferte, war eigentlich eine frohe Botschaft. Patrice Aminati machte darauf aufmerksam, dass sie den „Ring of Courage” erhalten soll – eine Auszeichnung für ihre offene Kommunikation über ihre metastasierte Hautkrebserkrankung, über Angst, Hoffnung und den Alltag mit der Krankheit.
Unter dem Beitrag schrieb eine Nutzerin: „Bitte unbedingt noch an ein gutes Make-up denken.”
Es war nicht der einzige solche Kommentar. Es gab auch die andere Seite – Menschen, die bezweifelten, dass sie wirklich krank ist, weil sie „aussieht wie das blühende Leben”. Eine Userin schrieb: „Seit Jahren geht es ihr schlecht und sie sieht aus wie das blühende Leben. Ich weiß nicht mehr, was ich glauben soll.”
Patrice Aminatis Antwort darauf war keine Entschuldigung und kein Erklären. Es war eine Klarstellung:
„Wenn du mich kennen würdest, wüsstest du, dass ich nicht aussehe wie das blühende Leben. Ich trage eine Perücke, habe nach vielen Hirnbestrahlungen Wassereinlagerungen und ein aufgequollenes Gesicht von monatelanger Cortisoneinnahme.”
Und: „Ich gebe seit Jahren mein Bestes, die Erkrankung wegzuschminken. Drei Jahre Krebstherapie nonstop.”
Was Bodyshaming an Krebspatientinnen bedeutet
Der Begriff „Bodyshaming” klingt nach einem Problem der Fitnessindustrie. Nach Instagram-Models und Diät-Kommentaren. Nach etwas, das wehtut, aber nicht lebensbedrohlich ist.
Was Patrice Aminati erlebt, ist etwas anderes. Es ist Bodyshaming an einer Frau, die ihren Körper nicht durch Lifestyle-Entscheidungen verändert hat. Die ihren Körper nicht durch Inaktivität oder Ernährung in seinen jetzigen Zustand gebracht hat.
Ihren Körper hat Krebs verändert. Und die Behandlung dagegen.
Die Perücke ist da, weil Strahlentherapie Haare kostet. Das aufgequollene Gesicht ist da, weil Cortison Wassereinlagerungen verursacht. Die Müdigkeit, die man vielleicht hinter dem Make-up sieht oder nicht sieht, ist da, weil ein Körper unter palliativer Behandlung kämpft.
Wer das nicht sieht – oder sieht und trotzdem kommentiert – trifft eine bewusste Entscheidung. Patrice Aminati hat das klar benannt. Und damit vielen Menschen aus der Seele gesprochen, die ähnliches erlebt haben.
Der „Ring of Courage”: Warum die Auszeichnung zählt
Die Auszeichnung, für die Patrice Aminati das Video veröffentlicht hatte, trägt den Namen „Ring of Courage” – ein Preis für Menschen, die mit besonderem Mut mit ihrer Krankheit umgehen und anderen dadurch Kraft geben.
In der Begründung heißt es: Sie spreche über Angst, Hoffnung, schöne Momente und schwere Tage – und schaffe damit ein Gefühl von Verbundenheit. Sie zeige, worüber andere schweigen.
Es ist eine Anerkennung, die über das persönliche Schicksal hinausgeht. Patrice Aminati ist nicht nur eine Krebspatientin. Sie ist eine Stimme für all die, die dieselbe Diagnose haben und nicht wissen, wie man damit lebt – und trotzdem lebt.
Trennung, Tochter, Neuanfang
Neben der Krankheit hat Patrice Aminati in den letzten Monaten noch einen weiteren einschneidenden Schritt getan: die Trennung von Daniel Aminati im Dezember 2024.
Die Entscheidung kam nicht leicht. In ihren Instagram-Stories beschrieb sie, wie schwer es gewesen sei zu akzeptieren, dass Liebe nicht alles überwindet. „Liebe vermag vieles – aber nicht alles”, schrieb sie.
Seitdem lebt sie mit ihrer Tochter zunächst bei ihren Eltern – und beschreibt das als Befreiung. „Mein Körper erholt sich”, sagte sie kurz nach der Trennung. „Ich fange zum ersten Mal seit Jahren wieder an zu atmen.”
Das ist ein starker Satz. Von einer Frau, die palliativ behandelt wird und trotzdem über Erholung spricht. Über Neubeginn. Über Alltag als etwas, das man bewusst genießt – weil man weiß, dass er nicht selbstverständlich ist.
Wie wir in unserem Artikel über Anna-Carina Woitschack beschrieben haben, sind es oft Frauen, die durch persönliche Tiefpunkte gegangen sind, die am eindrücklichsten zeigen, was Stärke bedeutet. Bei Patrice Aminati gilt das in einem Maß, das kaum vergleichbar ist.
Was sie uns alle lehrt
Man kann über Patrice Aminati schreiben und über ihren Instagram-Account. Über die Kommentare und ihre Antworten. Über Bodyshaming und Krebs und palliative Behandlung.
Aber was sie wirklich lehrt, ist einfacher: Sie lebt.
Nicht trotz allem. Nicht als Heldin, die keine Schwäche zeigt. Sondern als Mensch, der Perücken trägt, wütend wird auf blöde Kommentare, eine Tochter liebt und trotzdem jeden Morgen aufwacht und entscheidet: heute noch einmal.
„Ich habe nur dieses eine Leben. Und diese – wer weiß wie kurze – Zeit möchte ich mit Menschen verbringen, die gerne mit mir zusammen sind.”
Das ist keine Botschaft für Instagram. Das ist eine Lebenshaltung.
Laut Blick.ch löste ihr Klartext-Statement in den deutschsprachigen sozialen Netzwerken eine breite Diskussion über den Umgang mit Krebspatienten in der Öffentlichkeit aus – und darüber, was Kommentarspalten über uns als Gesellschaft sagen.
Fazit
Patrice Aminati kämpft 2026 an zwei Fronten: gegen schwarzen Hautkrebs im Endstadium – und gegen eine Öffentlichkeit, die nicht versteht, wie Krankheit aussieht.
Ihr Klartext auf Instagram war kein Angriff. Es war eine Grenzziehung. Eine Erklärung. Und eine Erinnerung daran, dass hinter jedem Profil ein Mensch steckt – einer, der Cortison nimmt, Perücken trägt und trotzdem jeden Tag beschließt, sichtbar zu sein.
Dafür bekommt sie den „Ring of Courage”. Und er passt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wer ist Patrice Aminati? Patrice Aminati, geboren 1994, ist Influencerin und Moderatorin. Sie ist die Ex-Frau von TV-Moderator Daniel Aminati und Mutter einer gemeinsamen Tochter. Seit 2023 kämpft sie öffentlich gegen schwarzen Hautkrebs.
Was hat Patrice Aminati auf Instagram geschrieben? Sie antwortete auf Bodyshaming-Kommentare zu ihrem Aussehen mit den Worten: „Ich trage eine Perücke, habe nach vielen Hirnbestrahlungen Wassereinlagerungen und ein aufgequollenes Gesicht von monatelanger Cortisoneinnahme. Wenn ihr nichts Nettes zu sagen habt, dann solltet ihr einfach den Mund halten.”
Ist Patrice Aminati noch krank? Ja. Seit Mai 2025 wird Patrice Aminati palliativ behandelt – das bedeutet, die Krankheit ist nicht mehr heilbar. Sie teilt ihren Alltag mit der Krebserkrankung offen auf Instagram.
Was ist der „Ring of Courage”? Der „Ring of Courage” ist eine Auszeichnung für Menschen, die mutig und offen mit ihrer Erkrankung umgehen. Patrice Aminati erhält ihn für ihre Kommunikation über metastasierten schwarzen Hautkrebs – über Angst, Hoffnung und den Alltag mit der Diagnose.
Sind Patrice und Daniel Aminati noch zusammen? Nein. Die Trennung wurde im Dezember 2024 offiziell bekannt gegeben. Sie trennten sich bereits im September 2024. Patrice lebt seitdem mit ihrer Tochter in einem eigenen Zuhause.
Warum trägt Patrice Aminati eine Perücke? Durch mehrere Hirnbestrahlungen im Rahmen ihrer Krebsbehandlung hat Patrice Haarausfall erlitten. Sie trägt eine Perücke und hat das auf Instagram offen thematisiert – zuletzt im Mai 2026, als sie mit einer neuen dunklen Perücke überraschte.
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