„Lass es 200 bis 300 Euro sein.”
Joelina Drews, 30 Jahre alt, Tochter des Schlagerstars Jürgen Drews, sagt diesen Satz ohne große Dramatik. Im Podcast „Drews Cordalis Petry – Kids-Club” schätzt sie die monatliche Rente ihres Vaters – und die Zahl, die sie nennt, lässt aufhorchen.
200 bis 300 Euro. Im Monat. Für einen Mann, der seit den 1960er Jahren Musik macht, der mit „Ein Bett im Kornfeld” einen der bekanntesten deutschen Hits produziert hat, der jahrzehntelang als „König von Mallorca” Schlagerfans in ganz Europa begeistert hat.
Und der jetzt, mit 81 Jahren, 200 bis 300 Euro staatliche Rente bekommt.
Was Joelina im Podcast verriet
Im Podcast sprachen Joelina Drews, Lucas Cordalis und Achim Petry über das Thema Altersvorsorge – ein Thema, das freiberufliche Musiker seit jeher beschäftigt. Als Joelina über ihren Vater sprach, wurde aus einer allgemeinen Diskussion eine sehr persönliche.
Der Grund für die Mini-Rente: Jürgen Drews habe schlicht zu spät begonnen, in die staatliche Rentenkasse einzuzahlen. Das Fazit seiner Tochter war direkt: „Davon kann man heutzutage in Deutschland nicht mehr leben.”
Gleichzeitig gab sie Entwarnung: Ihr Vater habe privat „sehr gut” vorgesorgt. „Meine Eltern nagen nicht am Hungertuch, denen geht es gut.” Was sie selbst daraus gelernt hat: „Man muss selber vorsorgen.” Als Selbstständige nutze sie dafür „diverse Möglichkeiten”.
Nicht das erste Mal: Was Jürgen selbst 2020 sagte
Dass Jürgen Drews’ Rente gering ist, ist kein neues Thema. Bereits 2020 sprach er in einem Interview mit Bild offen darüber: „Noch nicht mal 200 Euro” komme bei ihm staatlich an – das reiche für ihn und Frau Ramona „gerade einmal für einen Restaurantbesuch im Monat.”
Auch damals gab er Entwarnung: Er habe sein Geld über die Jahre gut angelegt. Was ihn früher lange begleitet habe, seien Existenzängste – die Sorge, seine Familie nicht mehr ernähren zu können. Diese Angst, sagte er, habe ihn über viele Jahre angetrieben.
Was bleibt: Das Bild eines Mannes, der trotz einer jahrzehntelangen Karriere auf dem deutschen Musikmarkt eine staatliche Rente erhält, die kaum ein Mensch zum Leben braucht – und der trotzdem gut lebt, weil er privat vorgesorgt hat.
Das strukturelle Problem hinter der Geschichte
Was Jürgen Drews‘ Fall so interessant macht, ist nicht das persönliche Drama – davon gibt es bekanntlich keins, die Familie ist gut versorgt. Es ist das, was er über ein strukturelles Problem im deutschen Rentensystem aussagt.
Freiberufliche Musikerinnen und Musiker zahlen in Deutschland nicht automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Wer früh anfängt, selbst vorzusorgen und freiwillig einzuzahlen, ist abgesichert. Wer das – wie Jürgen Drews – zu lange aufschiebt oder vergisst, steht am Ende mit einer Mini-Rente da.
Lucas Cordalis brachte es im Podcast auf den Punkt: „Unsere Karriere kann morgen zu Ende sein.” Achim Petry nannte das Thema Rente für Musiker schlicht ein „heikles Thema”.
Was alle drei in der Podcast-Runde zogen, war dieselbe Schlussfolgerung: Selbstständige müssen selbst für ihr Alter vorsorgen. Der Staat kann und wird das nicht übernehmen.
Wer ist Jürgen Drews?
Jürgen Drews, geboren am 2. April 1945, ist eine der bekanntesten Schlager-Legenden Deutschlands. Sein bekanntester Hit: „Ein Bett im Kornfeld” von 1976 – ein Song, der nach fast 50 Jahren noch im Radio läuft. Auf Mallorca ist er seit Jahrzehnten eine Institution und trägt dort den inoffiziellen Titel „König von Mallorca”.
Seit einigen Jahren kämpft Drews mit gesundheitlichen Einschränkungen. Er ist an einer Form von Demenz erkrankt, was seine Lebensqualität zunehmend beeinflusst. Seine Frau Ramona, mit der er seit 1997 verheiratet ist, pflegt ihn und steht ihm zur Seite.
Die Rente-Diskussion ist insofern nur ein Aspekt eines Lebens, das gerade in einem schwierigeren Kapitel ist – aber eines, das nach wie vor von Familie und Zusammenhalt geprägt ist.
Joelina Drews: Die Tochter, die das Richtige daraus macht
Was aus dem Podcast-Gespräch besonders auffällt, ist nicht die Enthüllung über den Vater – es ist die Haltung der Tochter.
Joelina Drews spricht offen über die Finanzsituation ihres Vaters, ohne ihn bloßzustellen. Sie zieht daraus eine persönliche Konsequenz: selbst vorzusorgen. Und sie tut das mit einer Selbstverständlichkeit, die zeigt: Sie hat aus dem gelernt, was sie sieht.
„Von der gesetzlichen Rente kann man mit Sicherheit im Alter nicht gut leben.” Das ist kein Vorwurf an den Vater. Das ist eine ehrliche Einschätzung einer Frau, die die Realität kennt – und anders handeln will.
Was Deutschland aus diesem Fall lernen kann
Jürgen Drews ist kein Einzelfall. Hinter ihm stehen Tausende Musikerinnen und Musiker, Schauspielerinnen und Schauspieler, Selbstständige aller Art, die jahrelang gearbeitet haben – und am Ende mit einer staatlichen Rente dastehen, die zum Leben nicht reicht.
Das ist kein persönliches Versagen. Es ist das Ergebnis eines Systems, das freiberufliche Tätigkeiten nicht automatisch absichert. Wer nicht aktiv gegensteuert, trägt das Risiko selbst.
Dass Joelina Drews das öffentlich sagt, ist ein Verdienst. Nicht jede prominente Tochter würde die Finanzsituation ihrer Eltern in einem Podcast besprechen – mit dem Risiko, Fehler sichtbar zu machen. Joelina Drews hat es getan. Und damit einen Punkt angesprochen, der viele betrifft.
Fazit
Jürgen Drews bekommt 200 bis 300 Euro staatliche Rente. Er selbst hat das bereits 2020 gesagt. Seine Tochter Joelina hat es jetzt im Podcast wiederholt – und gleichzeitig gezeigt, was sie daraus gelernt hat: selbst vorsorgen.
Was bleibt, ist ein Bild, das erschüttert: Ein Mann, dessen Musik Generationen geprägt hat, erhält vom Staat nicht einmal genug, um seine Grundbedürfnisse zu decken. Dass er trotzdem gut lebt, ist sein Verdienst – nicht der des Systems.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel Rente bekommt Jürgen Drews? Laut seiner Tochter Joelina Drews schätzt sie seine staatliche Rente auf etwa 200 bis 300 Euro im Monat. Jürgen Drews selbst bestätigte 2020, dass er „noch nicht mal 200 Euro” staatliche Rente bekomme.
Warum ist Jürgen Drews’ Rente so niedrig? Er hat laut Joelina Drews zu spät damit begonnen, in die staatliche Rentenkasse einzuzahlen. Freiberufliche Musiker zahlen in Deutschland nicht automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung ein.
Kommt Jürgen Drews trotzdem zurecht? Ja. Joelina Drews betonte, ihr Vater habe privat „sehr gut” vorgesorgt. „Meine Eltern nagen nicht am Hungertuch, denen geht es gut.”
Wer hat das im Podcast verraten? Joelina Drews sprach im Podcast „Drews Cordalis Petry – Kids-Club” gemeinsam mit Lucas Cordalis und Achim Petry über das Thema Altersvorsorge und nannte ihren Vater als Beispiel.
Was ist Jürgen Drews’ bekanntester Hit? „Ein Bett im Kornfeld” von 1976 gilt als sein bekanntester Song und ist einer der meistgespielten deutschen Schlager aller Zeiten.
Ist Jürgen Drews krank? Ja. Jürgen Drews ist in den letzten Jahren an einer Form von Demenz erkrankt. Er wird von seiner Frau Ramona gepflegt.
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